Sommer klingt nach Leichtigkeit. Für viele autistische Kinder ist er das Gegenteil: klebrige Sonnencreme, kratzende kurze Hosen, Sandalen statt der vertrauten Schuhe, flirrende Hitze und Nächte, in denen das Einschlafen noch schwerer fällt als sonst. Wenn dein Kind im Juli „schwieriger“ wirkt, liegt das selten am Willen – und sehr oft an der Jahreszeit.

Sonnencreme: der tägliche Kampf, den kaum jemand versteht

Eincremen bedeutet: kalte, klebrige Masse auf der Haut, fremde Hände, die reiben, und ein Geruch, der stundenlang bleibt. Für ein Kind mit empfindlichem Tastsinn ist das keine Pflegeroutine, sondern eine Grenzüberschreitung. Was helfen kann:

Sommerkleidung: wenn kurz sich falsch anfühlt

Manche Kinder bestehen bei 30 Grad auf der langen Jogginghose. Bevor du kämpfst: Sie tun das nicht aus Sturheit. Lange, eng anliegende Kleidung gibt Körpergefühl und Schutz – kurze Hosen fühlen sich für manche nackt und unberechenbar an. Kompromisse: dünne lange Stoffe, weiche Leggings, das bewährte Modell einfach in Sommer-dünn kaufen. Ein Kind, das sich sicher fühlt, verträgt Wärme besser als eines im Dauerstress.

Hitze macht das Fass kleiner

Hitze ist selbst ein Reiz – und sie senkt bei uns allen die Belastbarkeit. Dazu kommen Durst und Hunger, die viele autistische Kinder schlecht spüren. Ein überhitztes, durstiges Kind kippt schneller, ohne dass es „Durst“ je gesagt hätte. Deshalb: regelmäßig aktiv Wasser anbieten statt auf Nachfrage warten, Mittagshitze meiden, Programm in die Randstunden legen und drinnen eine kühle, reizarme Ecke einrichten.

Und die Nächte?

Später hell, früher heiß, alles anders: Halte das Abendritual gerade jetzt stabil, dunkle das Zimmer ab und lass die vertraute Bettdecke zu – manche Kinder brauchen ihr Gewicht auch im Sommer, dann eben mit dünnerem Bezug bei kühlem Raum.

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