Der Sandkasten ist voller Kinder — und deines spielt daneben. Alleine. Konzentriert. Seit einer Stunde. Während du am Rand sitzt und dir Sorgen machst: Warum spielt es nicht MIT den anderen? Bevor die Sorge größer wird, lass uns sortieren, was da eigentlich passiert.

Parallelspiel: nebeneinander ist auch ein Miteinander

Was dein Kind macht, hat einen Namen: Parallelspiel — spielen neben anderen Kindern, ohne direktes Miteinander. Bei allen Kleinkindern ist das eine normale Entwicklungsstufe. Autistische Kinder bleiben oft länger dabei oder kehren immer wieder dorthin zurück — nicht, weil ihnen andere egal wären, sondern weil gemeinsames Spiel enorm viel verlangt: Blickkontakt, Absprachen, Regeln erraten, Tempo der anderen aushalten. Parallelspiel ist die Form von Gesellschaft, die gerade gut machbar ist. Es ist Teilhabe — im eigenen Tempo.

Was du nicht tun solltest

Der Reflex ist verständlich: hinschieben, verkuppeln, „Geh doch mal fragen, ob du mitspielen darfst!“ Aber erzwungenes Sozialspiel erzeugt vor allem eines: Stress — und die Erfahrung, dass das eigene Spielen falsch ist. Ein Kind, das beim Parallelspiel entspannt ist, lernt dabei mehr über andere Kinder (durch Beobachten!), als wenn es überfordert mittendrin steht.

Wie Kontakt wachsen kann — ohne Druck

Wann ein genauerer Blick lohnt

Wenn dein Kind Kontakt sichtbar möchte und daran leidet, dass er nicht gelingt — dann ist Unterstützung sinnvoll (und die gibt es, von Ergotherapie bis zu begleiteten Spielgruppen). Das ist etwas anderes als ein Kind, das zufrieden für sich spielt. Einsam ist nicht, wer allein spielt — einsam ist, wer anders will und nicht kann. Diesen Unterschied siehst nur du, weil du dein Kind kennst.

Mehr darüber, wie dein Kind soziale Situationen erlebt und was ihm Kraft gibt, findest du in meinem kostenlosen Eltern-Guide:

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